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DGI 2010

Schlecht sitzende Zahnprothesen behindern zwischenmenschliche Kontakte | 21. Januar 2008

Zahnlosigkeit beeinträchtigt unseren Alltag massiv; die Kommunikation ist erschwert, die Auswahl an Nahrungsmitteln reduziert sich und nicht zuletzt ist man häufig gehemmt bei zwischenmenschlichen Kontakten. Eine wissenschaftliche Studie der McGill Universität Montreal, Kanada weist nach, dass Menschen mit Prothesen auf Zahnimplantaten wesentlich stressfreier leben, als Träger herkömmlicher Prothesen.

Implantate können Nachteile von konventionellen Prothesen aufheben.

Prothesen werden verwendet, um einen zahnlosen Kiefer wieder mit einem funktionstüchtigen Gebiss zu versorgen. Herkömmliche Prothesen können den Nachteil haben, dass sie schlecht sitzen und dass die Kaufunktion und das Geschmacksempfinden eingeschränkt sind. Dank der modernen Zahnmedizin lassen sich mittlerweile Prothesen im Ober- oder Unterkiefer so gut auf Implantaten verankern, dass diese Nachteile nicht mehr auftreten. Bereits vier Implantate im Unterkiefer oder sechs im Oberkiefer verbessern Sitz und Halt der Prothese derart wesentlich, dass man meint wieder die eigenen Zähne zurückbekommen zu haben. Schmerzhafte Druckstellen oder ein Verschieben der Prothese während des Kauens gehören der Vergangenheit an.

Weniger Hemmungen dank Prothesen auf Implantaten.

Unter der Leitung von Jocelyne Feine von der McGill Universität Montreal, Kanada hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Kanada, England und Deutschland mit der Frage befasst, welchen Einfluss Zahnlosigkeit auf das soziale Leben der Betroffenen hat. Die wissenschaftliche Studie mit 102 Frauen und Männern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren, mit herkömmlicher Prothese auf Zahnimplantaten, weist große Unterschiede der Befindlichkeit zwischen den beiden Untersuchungsgruppen nach: Trägerinnen und Träger von herkömmlichen Prothesen schlagen mehr Einladungen zu gesellschaftlichen Anlässen aus im Vergleich zu Personen mit einer Prothese auf Implantaten. Zudem vermeiden Sie eher Gespräche im direkten Kontakt, treiben weniger Sport und halten sich beim Essen oder Reden häufig die Hand vor den Mund.
Demgegenüber fühlen sich Frauen und Männer mit einer Implantat-getragenen Prothese bei denselben Aktivitäten weit weniger eingeschränkt: Sie vermeiden weder soziale Kontakte, noch sportliche Aktivitäten und fühlen sich beim Essen, Sprechen oder Lachen weniger behindert.

Neue Lebensqualität dank entspannterem Umgang mit körperlicher Nähe.

Deutliche Unterschiede zwischen den beiden untersuchten Gruppen zeigen sich gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Während die untersuchten Personen mit einer herkömmlichen Prothese sich beim Küssen und in ihrer Sexualität eher unwohl fühlen, zeigen Frauen und Männer mit einer Prothese auf Implantaten einen entspannten Umgang: Die implantatgetragene Prothese bietet in jeder Situation Halt und wirkt keineswegs einschränkend - weder auf das Küssen noch auf Sexualität wird wegen möglicher Schamgefühle verzichtet. Vielmehr ermöglicht ihnen diese fest verankerte Zahnlösung eine Lebensqualität, die sie mit der herkömmlichen Prothese vermisst hatten.

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