Zahnarzt Dortmund
Dortmund Zahnarzt Dr. Henning Freitag Zahnarzt Dortmund
DGI 2010

| 14. November 2006

Mund auf - Nase zu?

Ein Drittel aller Menschen hat gelegentlich Probleme mit üblem Atem. Etwa fünf Prozent leiden sogar unter chronischem Mundgeruch. Doch die Betroffenen wissen meist gar nicht, daß sie ihrem Gegenüber das Einatmen vermiesen. Denn das Tabuthema nimmt keiner gerne in den Mund und spricht es offen an. Umso wichtiger ist es zu wissen, woher die unangenehmen Gase kommen könnnen und was sich dagegen tun lässt.

Auch wenn die Gründe für schlechten Atem vielfältig sind, in fast 90 Prozent aller Fälle liegt der Ursprung in der Mundhöhle selbst. Lange Zeit hielt sich das Vorurteil, der Magen oder die Atemwege (Nasennebenhöhlen- und Lungenerkrankungen) seien die alleinige Quelle allen Übels. Das trifft jedoch nur für einen Bruchteil der Geruchsattacken zu. So ist z.B. nur bei 2 von 10.000 Fällen eine Erschlaffung der Muskeln, die den Magenpförtner umgeben, verantwortlich für den unerwünschten Mundgeruch.
Fast immer sind bakterielle Stoffwechselprodukte im Mund die eigentliche Ursache für Halitosis oder auch Foetor ex ore (Fachbegriffe für Mundgeruch). Plaque, Karies, Zungenbelag und Zahnfleischentzündungen sind Bakterienbrutstätten im Mund und je mehr krankheitserregende Bakterien im Mund, desto mehr unangenehm riechende Zersetzungsstoffe. Um einer Geruchsbildung dauerhaft vorzubeugen, sollten die Zähne und das Zahnfleisch gut gepflegt werden.
Eine gute Speichelproduktion ist ebenfalls von großer Bedeutung. So sorgt der ständige Fluss im Mund normalerweise dafür, dass die Mikroorganismen abtransportiert werden. Ein positives Beispiel: Der morgendliche schlechte Geschmack verflüchtigt sich recht schnell nach einem Schluck Wasser oder Tee, denn die natürliche Speichelproduktion wird wieder angeregt.
In den feinen Rillen und Fältchen der Zunge lassen sich Bakterien ebenfalls gerne nieder - am liebsten im hinteren Zungendrittel. Hier hilft oft ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Mittel: der Zungenreiniger. Was für uns häufig noch fremd wirkt, gehört für die Menschen in Fernost zur täglichen Mundhygiene.

Was hilft nun gegen Geruchsbildner in der Mundhöhle? Hier sind die guten Tipps gegen schlechten Atem:
1. Konsequente Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen und ggf. Zungenreiniger beseitigt die Schlupflöcher der Bakterien und ihren Geruch.
2. Während der Kontrollbesuche beim Zahnarzt können Probleme (kariöse Zähne, blutendes Zahnfleisch oder schlecht sitzender Zahnersatz als Hauptgeruchsauslöser) erkannt und rechtzeitig gebannt werden. Gehen Sie daher halbjährlich zur Vorsorgeuntersuchung und lassen Sie eine Professionellen Zahnreinigung (PZR) durchführen. Dabei werden (u.a.) Zahnbeläge und Zahnstein entfernt und dadurch wird den Geruchsbakterien die Lebensgrundlage entzogen.
3. In leichten Fällen hilft auch das Zerkauen von frischer Petersilie, Wacholderbeeren, Meerrettichwurzel oder Kaffeebohnen.
4. Zuckerfreier Naturjoghurt ist ebenfalls ein wirksamer Geruchsstopper, denn die aktiven Joghurt-Bakterienkulturen senken den Schwefelwasserstoffgehalt im Mund.
5. Gurgeln Sie mehrmals täglich mit schwarzem Tee. Die darin enthaltenen chemischen Bestandteile (Polyphenole) hemmen das Bakterienwachstum.
6. Zuckerfreie Kaugummis und Pastillen mit Xylit oder Chlorophylltabletten sind zahnfreundlich und regen den Speichelfluss an.

Noch ein Wort zum Schluß: Mundgeruch ist eine Sache über die man nicht gerne redet. Seien Sie gewiß, daß Sie in einer Zahnarztpraxis volles Verständnis erfahren werden. Ein Zahnarzt widmet sich beruflich mit Mund und Zähnen, es gibt daher keinen Grund sich über irgendetwas zu schämen.
Zögern Sie also nicht sich uns anzuvertrauen. Wir werden uns professionell Ihrem Problem widmen.

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